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Projektgruppe soll Maßnahmen zur Sicherung der landärztlichen Versorgung erarbeiten

Projektgruppe soll Maßnahmen zur Sicherung der landärztlichen Versorgung erarbeiten

Die Kommunale Gesundheitskonferenz im Kreis Calw erstellt unter Federführung des Landratsamtes einen Masterplan für den Kampf gegen die drohende hausärztliche Unterversorgung.


In den letzten Jahren ist in Deutschland – und hier insbesondere in den ländlichen Regionen – ein zunehmender Mangel an Hausärzten festzustellen. Auch der Landkreis Calw ist von dieser Entwicklung betroffen, wie aktuell die Diskussionen etwa in Neuweiler zeigen. Von den 104 im Jahr 2012 im Kreis praktizierenden Hausärzten werden bis 2017 35 Hausärzte älter als 65 Jahre sein. Bis 2022 werden dann aufgrund der Altersstruktur der Hausärzte 57 Ärzte, d.h. mehr als die Hälfte, einen Nachfolger benötigen.

Zwar liegt die Hauptverantwortung für die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Da diese Probleme vor Ort jedoch immer dringlicher werden, will sich nun auch die kommunale Gesundheitskonferenz gemeinsam mit dem Landkreis dieser wichtigen Aufgabe stellen.

Mit dem kürzlich aufgelegten Stipendienprogramm für Medizinstudenten haben Landkreis und Gesundheitskonferenz bereits einen ersten Schritt unternommen, diese Herausforderung anzugehen. Nun wurde am 29. Juli auf der letzten Gremiensitzung der kommunalen Gesundheitskonferenz unter Leitung von Professor Martin Oberhoff vereinbart, dass ein Masterplan zur Sicherung der hausärztlichen Versorgung im Kreis erarbeitet wird.

In der eigens hierfür gegründeten Projektgruppe „Landärztliche Versorgung im Kreis Calw“ unter Leitung des Ersten Landesbeamten Frank Wiehe werden unter anderem Vertreter der Kreiskliniken, der Kreisärzteschaft, der Kassenärztlichen Vereinigung, der Krankenkassen und der Kommunalpolitik zusammenarbeiten. Konstruktiv begleitet wird das Ganze von Professorin Stefanie Joos vom Institut für Allgemeinmedizin der Universität Tübingen. Dabei sollen auf der Basis von validen Daten, die direkt bei den Ärzten im Landkreis abgefragt werden, künftige Versorgungslücken kleinräumig identifiziert sowie Instrumente und Maßnahmen zur Schließung der so prognostizierten Lücken erarbeitet werden. Der Masterplan soll dem Kreistag noch in diesem Jahr zur Beratung und Beschlussfassung vorzulegen.

Welche Maßnahmen dann beschlossen werden, ist derzeit naturgemäß noch nicht absehbar. Die Projektgruppe ist aber, so Oberhoff und Wiehe gemeinsam, „offen für alle Vorschläge, von Fachleuten und Betroffenen gleichermaßen“.

Hintergrundinformation zur kommunalen Gesundheitskonferenz:
In Calw gibt es viele Vereine, Initiativen und öffentliche Stellen, die sich mit dem Thema Gesundheit beschäftigen. Dennoch ist der Wunsch, möglichst alle Bürger bestmöglich gesundheitlich zu versorgen, von einzelnen Institutionen kaum zu erfüllen. Die Kommunale Gesundheitskonferenz ist die zentrale Gesprächsplattform für Gesundheit in der Region Calw.

Als Zusammenschluss aller im Gesundheitswesen arbeitenden Stellen, ermittelt sie die wichtigsten Bedürfnisse der Bürger (Gesundheitsberichterstattung), stimmt die Aktivitäten der Institutionen bestmöglich untereinander ab (Sitzungen und Arbeitskreise) und setzt sie tatkräftig gemeinsam um.

Weitere Informationen sind bei Silke Munsky von der Geschäftsstelle Gesundheitskonferenz im Landratsamt Calw unter Tel. 07051 160-201 oder per Mail an Silke.Munsky@Kreis-Calw.de erhältlich.



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