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News Kreuzbandriss – die häufigste Skiverletzung
Datum 06.03.2018
Autor Sana-Kliniken Bad Wildbad
Beschreibung

Kreuzbandriss – die häufigste Skiverletzung

Warum das Knie bei Skiverletzungen am häufigsten betroffen ist, wie eine Behandlung aussieht und was man zur Prävention tun kann.

 

Bad Wildbad, 06.03.2018.

 

Die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang sind offiziell beendet. Dabei waren die Entscheidungen der Freestyle-Athleten jedoch vor allem von schweren Stürzen geprägt: Zunächst erwischt es die Snowboarder in der Halfpipe, dann stürzen im Achtelfinale des Skicross-Wettbewerbs gleich drei Fahrer und verletzen sich schwer. Das Resultat in vielen Fällen: gerissene Kreuzbänder und gebrochene Knochen. Aus der Traum vom Olympischen Edelmetall. Doch nicht nur Top-Athleten verletzen sich beim Skisport das Knie, praktisch jeder kennt jemanden, der schon einmal eine Knieverletzung beim Wintersport erlitten hat. Dr. med. Vladimir Crnic, Chefarzt der Klinik für Endoprothetik und Gelenkchirurgie an den Sana Kliniken Bad Wildbad, erklärt, warum das Knie gerade beim Skifahren so stark belastet ist, wie man Gelenksverletzungen vorbeugen kann und welche Behandlungsmethoden es für den Fall der Fälle gibt.

 

Skifahren ist ein Massensport und tagtäglich sind während der Saison tausende Wintersportler in den Alpen und deutschen Mittelgebirgen auf der Piste. Insgesamt ist die Zahl der Skiunfälle laut der „ASU - Auswertungsstelle für Skiunfälle“ in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen, was sicherlich dem technischen Fortschritt und der Weiterentwicklung der Sicherheitsausrüstung zu verdanken ist. Trotz allem lag die Zahl der stationär zu behandelnden Skifahrer in der Saison 2016/2017 bei immer noch über 7000,  also statistisch 1,68 von 1.000 Skifahrern. Und davon betrifft fast jede dritte Verletzung das Knie.*

 

„Das Kniegelenk ist gerade beim Skifahren erheblichen Belastungen ausgesetzt“, sagt Dr. med. Vladimir Crnic, Chefarzt der Klinik für Endoprothetik und Gelenkchirurgie an den Sana Kliniken Bad Wildbad. Es ist das komplexe Bindeglied zwischen dem Oberschenkelknochen und dem Schienbein und ermöglicht mit Hilfe der Kreuzbänder, Seitenbänder und Menisken eine Rollgleitbewegung. „Beim Skifahren werden extreme Hebelkräfte durch die Ski über den festen Schuh direkt auf das Kniegelenk übertragen. Ganz häufig sehen wir dann die typischen Verdreh- und Anprallunfälle“, so Dr. med. Crnic weiter. „Gerade bei niedriger Geschwindigkeit verkanten die Skifahrer oft, und die Rückstellung findet nicht schnell genug statt.“

 

Was tun, wenn der Unfall passiert ist

 

Bei einem Kreuzbandriss ist häufig ein Gelenkerguss nachweisbar, der zu einem Anschwellen des Knies führt. Damit ist eine Verletzungssituation klar gegeben und es sollte ein Arzt aufgesucht werden. „Wir hatten allerdings auch schon Patienten, die mit einer solchen Verletzung noch weitergefahren sind“, so Dr. med. Crnic. „Ich kann allerdings nur raten, dass man sich mit einer Knieverletzung baldmöglichst von einem Facharzt untersuchen lässt. Nur so kann man mit Gewissheit eine Diagnose treffen und weiteren Schäden vorbeugen.“

 

Ist das Kreuzband dann tatsächlich gerissen, bleiben zwei Varianten der Behandlung. Zum einen die konservative, also nicht operative, zum anderen die Operation. „Ob eine OP notwendig ist, entscheiden wir je nach Ausmaß der Verletzung. Sind zum Beispiel weitere Bänder, oder der Meniskus, beschädigt, ist eine Operation eher notwendig“, bekräftigt Dr. med. Crnic. „In den meisten Fällen wird dann bei der OP das Kreuzband durch eine körpereigene Sehne ersetzt.“ Danach heißt es konsequent und frühzeitig zur Krankengymnastik zu gehen, um wieder fit zu werden.

 

Vorbeugung ist die beste Medizin

 

Grundsätzlich gilt für das Skifahren, wie auch für alle anderen sportlichen Aktivitäten: Training und Vorbereitung machen den Unterschied. Im Fall des Skisports empfiehlt sich gezieltes Dehnungs-, Muskel- und Koordinationstraining. Zudem sollte das Material optimal eingestellt und gewartet sein. Wenn dann noch die Fahrweise dem Können und den Wetterverhältnissen angepasst wird, sollte einem guten Skitag nichts mehr im Wege stehen.

 

Ab kommenden Freitag, 9. März, bis Sonntag, 18. März, stehen die Paralympics an: In Pyeongchang, wo vom 9. bis 25. Februar bereits die Olympischen Spiele stattfanden, treten nun die Sportler mit Behinderung um Medaillen an, hoffentlich ohne schwere Stürze.

 

*Quelle: David Schulz, Auswertungsstelle für Skiunfälle, ARAG Allgemeine Versicherungs-AG – Sportversicherung, Düsseldorf, 2017; http://www.ski-online.de/sis

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